FIFA 18: Und ihr denkt es geht ums Gameplay…

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Quelle: FIFA 18

Man muss kein professioneller FIFA Spieler sein um festzustellen, dass besonders in diesem Teil von FIFA mehr Tore fallen, als in all den anderen Teilen zuvor. Nach dem Release von FIFA 18 war es sogar so dermaßen lächerlich, dass in manchen Spielen oft über 10 Tore gefallen sind. Resultate wie 8-3 oder 7-5 waren keine Seltenheit sondern völlig normal. Mit einigen Updates für FIFA soll sich aber die Torwart-KI verbessert haben und auch das Verteidigen soll einfacher geworden sein. Seit dem neuesten Update 1.08 soll nun auch der „Kick-Off-Glitch“ behoben wurden sein.

Wie aber steht es wirklich um die Torhüter? Warum kommt es nicht nur uns so vor, dass es völlig egal ist ob man Manuel Neuer oder einen Bronzespieler im Tor stehen hat? Warum fallen so dermaßen viele Tore?

Selbst Weltklasse Torhüter wie Neuer oder de Gea scheinen bei FIFA 18 die Skills eines Amateur-Torhüters zu haben. Bälle werden kurios abgewehrt, das Stellungsspiel der Torhüter ist amateurhaft und selbst scheinbar unrealistische Schüsse gehen viel zu häufig ins Tor. Hierbei spielt es keine Rolle, dass sehr verwinkelte oder schwache Schüsse ins Tor gehen, sondern wie oft es zu einem Tor führt. So passieren zum Beispiel häufig Tore wie Distanzschüsse oder Schüsse, welche mit dem Aussenrist aus einem spitzen Winkel in die lange Ecke geschossen werden. In den früheren Teilen wie FIFA 11 und 12 konnte man sehr leicht Tore erzielen, in dem man aus kurzer Distanz angedreht in die lange Ecke schoss. Dies war noch einigermaßen realistisch, denn häufig passieren genau solche Tore in echten Spielen. Wenn aber jeder Schuss aus 16-25 Metern in den Winkel einschlägt hat das wenig mit Realismus zutun.

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Wer ist besser Manuel Neuer oder de Gea? Antwort: Niemand. Quelle: Electronic Arts

Lohnt es sich einen Manuel Neuer, de Gea oder sonstigen Weltklasse Torhüter zu kaufen?

Absolut nicht. Wer zum Beispiel 130.000 Münzen oder mehr für Manuel Neuer ausgibt, der hat offiziell seine Münzen verschwendet. Macht ganz einfach den Selbsttest. Stellt für einige Spiele einen Weltklasse-Torhüter zwischen die Pfosten und dann stellt einen billigen Silberspieler wie zum Beispiel Drobny von Werder Bremen ins Tor. Ihr werdet höchstens darin ein Unterschied feststellen, dass der Silberspieler mehr Tore verhindern wird als der Weltklasse-Keeper. Noch nie hat es bei einem FIFA Spiel weniger einen Unterschied gemacht, ob man nun einen sehr starken Torhüter im Kasten hat oder einen sehr schwachen. Tore fallen zu belieben auf beiden Seiten. Wer einige Spiele bestritten hat weiß es. 5 Schüsse aufs Tor und drei Tore. 8 Schüsse aufs Tor und 5 Tore. Sieht auf den ersten Blick nach einem schlechten Witz aus, aber ist leider die Realität bzw. das aktuelle Gameplay.

Warum fallen so viele Tore?

Diese Frage wurde nicht nur bei uns, sondern auch bei Facebook, Reddit und in anderen Foren diskutiert. Der Hauptgrund für die vielen Tore dürfte ein ganz einfacher sein: Ein Spiel in welchem keine Tore fallen macht weniger Spaß, als ein Spiel in dem viele Tore fallen. So simpel diese Begründung auch klingt, sie scheint nicht unwahr zu sein. Wenn jedes Spiel 1-1 oder 0-0 enden würde, dann würde FIFA 18 schneller im Schrank verschwinden als EA lieb ist.

Wer denkt, dass viele Tore durch Zufall fallen, liegt eindeutig falsch.

Mehr Tore bedeutet das Verlangen nach besseren Goldspielern (zum Beispiel einen besseren Torhüter oder Stürmer). Das Verlangen nach besseren Goldspielern bedeutet, dass mehr Geld für FIFA Points ausgegeben wird, wodurch dann Goldpacks geöffnet werden, wo genau diese besseren Goldspieler drin sein sollen (so hoffen es zumindest die FIFA-Spieler). Wer nur einen Moment darüber nachdenkt wird verstehen, wie hier gearbeitet wird. Im Endeffekt läuft alles (das gesamte Gameplay) darauf hinaus, dass die FIFA-Spieler noch mehr Geld ausgeben sollen.

FIFA 18 Spielerkarten
Na, hat noch wer einen Überblick? Quelle: Electronic Arts FIFA 18

Das wars aber noch lange nicht….

Gleichzeitig passiert aber noch etwas anderes. Wer es bis hierhin noch nicht verstanden hat sollte jetzt ganz genau aufpassen; Wie oben bereits erwähnt wird ein Verlangen erschaffen, welches den FIFA-Spieler dazubringen soll noch mehr Geld für FIFA Points auszugeben. Das passiert wie oben erwähnt durch bspw. schlechte Torhüter (besserer Torhüter weniger Gegentore), schlechtes Abwerverhalten der Verteidiger (bessere Verteidiger weniger Gegentore) und das Bedürfnis noch mehr Tore zu schießen (bessere Stürmer mehr Tore).  Was macht nun EA? Sie veröffentlichen immer mehr und mehr Spezialkarten. TOTY, TOTW, MOTM, Halloween, Chinesisches Neujahr, St. Patricks Day und vieles mehr. Es gibt schon fast Spezialkarten in jeder erdenklichen Farbe. So füttern sie die FIFA-Spieler, nach dem sie ihnen das Verlangen gegeben haben noch bessere Spieler zu bekommen. Das wars aber noch nicht. Mit Spielmodis wie FUT Champions oder den Squad Building Challenges wird die Wichtigkeit der Qualität und Anzahl der Spielerkarten noch mal deutlich erhöht. So steigen natürlich eure Gewinnchancen in der Weekend-League, wenn ihr ein Team voller FUT-Ikonen habt.

Was ist denn mit den Mikrotransaktionen generell?

In den letzten Jahren hat sich etwas erstaunliches abgespielt. Mikrotransaktionen, Pay-To-Win und Free-To-Play haben klammheimlich fast jedes Online-Spiel übernommen. Auch Star Wars Battlefront 2 war nur ein Test von Electronic Arts um zu sehen, wie weit man gehen kann. Wer denkt das jetzt nach einigen Unruhen rundum SWBF1 alles besser wird, der hat weit gefehlt. Schaut euch nur mal an wie viel Geld von Publisher wie EA oder Supercell nur durch Mikrotransaktionen generiert wird. Supercell zum Beispiel hat laut Businessinsider im Jahr 2016 ungefähr 2.1 Milliarden Euro an Profit erwirtschaftet – wohlgesagt mit einem Spiel, welches man kostenlos im runterladen kann. Das allein sollte euch zu denken geben.

Wie kommen wir raus aus der Nummer?

Die Lösung ist unsererseits ganz einfach: Gebt euer Geld einfach nicht mehr für FIFA Points bzw. irgendwelchen In-Game Währungen aus. Als Spieler haben wir die Macht, dass wir entscheiden wie erfolgreich ein Spiel ist. Wenn niemand mehr FIFA kaufen wird, werden Konsequenzen schneller folgen als ihr denkt.