Electronic Arts auf Beutezug

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Mikrotransaktionen – Für wenige Segen, für die meisten Fluch

Nicht erst seit Star Wars Battlefront 2 sollte jeder Gamer wissen, was für ein Ziel EA mit ihren Mikrotransaktionen verfolgt. FIFA 18 galt ja unter der Community schon als eine Abzocke, aber mit dem Release von Star Wars Battlefront 2 wurde dem ganzen nochmal die Krone aufgesetzt.

In-Game Währungen sind für Gamer nichts neues. Besonders Gamer von Mobile-Spielen sind es gewöhnt, dass es Münzen, Juwelen, Diamanten oder sonstiges gibt. Einige Spiele existieren nur auf Grundlage von „Pay-To-Win“. Gerne stellen Entwickler wie Supercell ihre Spiele als „Freemium“ oder „Free-To-Play“ da. Schnell wurde nämlich bemerkt, dass man viel mehr Geld verdienen kann, wenn man eine Art „Kaufzwang“ erzeugt, anstatt das man einen Fixpreis von 4,99€ oder mehr für ein iOS- oder Android Spiel verlangt. Hier agieren die Spiele immer auf dieselbe Art und Weise. Zuerst hält man alles sehr einfach und erzeugt einen hohen Spaß- und Suchtfaktor. Nach einiger Zeit und einigen Level wird es jedoch immer notwendiger an gewisse „Währungen“ zu gelangen. Keine Panik, denn es gibt derzeit 500 Edelsteine im Sonderangebot für 17,99€ statt den üblichen 19,99€. So werden die, sehr oft minderjährigen Spieler, dazu genötigt ihr (oder das ihrer Eltern) echtes Geld zu benutzen um sinnlose In-Game Währungen gegen sinnlose Gegenstände auszutauschen oder das Spiel zu beschleunigen.

Grandiose Idee, dachten sich Electronic Arts und weitere Konsorten

Ganz egal ob Smartphone, PC oder Konsole. Pay-To-Win und Mikrotransaktionen funktionieren überall. Problematisch wird es wenn Hersteller von Spieleklassiker wie FIFA, Star Wars Battlefront, Grand Theft Auto oder Call of Duty plötzlich auch auf den Mikrotransaktionen Zug aufspringen. Aber EA und Konsorten gingen noch einen Schritt weiter, denn anstatt ihre Spiele „Freemium“ bzw. „Free-To-Play“ zu machen, verlangen sie von ihren Spielern, dass sie den vollen Kaufpreis (meistens 59,99€) bezahlen und anschließend noch Geld für Mikrotransaktionen. Heutzutage gibt es FIFA-Spieler, welche hunderte von Euro nur für FIFA Points ausgeben. Wie viel Geld wandert da also insgesamt in die Tasche von Electronic Arts?

Es geht sogar noch einen Ticken krasser

Wenn jemand bei einem Smartphone Spiel wie SimCity BuildIt (übrigens auch von EA) teure Simoleon oder SimCash kauft, dann weiß er gegen was er es eintauschen kann. Bei FIFA 18 und weiteren Spielen ist es aber so, dass man nach dem Zufallsprinzip Gegenstände bekommt. Jemand kauft also FIFA Points, dann werden mit diesen FIFA Points Gold Packs geöffnet, in welchem sich Spieler und andere Gegenstände befinden. Niemand weiß welche Spieler sich darin verbergen. Es kann sein, dass Spieler im Pack sind, welche man bereits besitzt oder welche wertlos sind. Es ist also nichts anderes als „zocken“. Ein Casino auf dem Smartphone und der Konsole. Hier begeben sich viele Spielehersteller auf Konfrontationskurs mit dem Gesetz. Darf man die meist minderjährigen Spieler auf so einer Art und Weise dazu bringen ihr Geld auszugeben? Wenn ein 13 jähriger Schüler in ein Casino gehen, sich an einen Automaten setzen und dort 50 Euro reinstecken würde, dann würde man es nicht nur als ablehnend empfinden, sondern das Casino würde Konsequenzen davontragen. Bei Spielen mit Mikrotransaktionen hingegen hat man es aber tatsächlich geschafft, dass es von der Allgemeinheit akzeptiert wird. Im Prinzip ist es dasselbe – ein Glücksspiel. So wie beim Automaten im Casino, weiß man auch bei FIFA 18 Gold Packs oder bei Star Wars Battlefront 2 Lootboxen nicht ob man gewinnt oder verliert. Ob man es wertvolles bekommt oder es ein Schuss in den Ofen war. Die Zahlen von Supercell, EA usw. belegen was für ein lukratives Geschäft es ist.

Wie lange kann dieses Spiel mit den Mikrotransaktionen noch weitergeführt werden?

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